CJG St. Antoniusschule

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Antoneria - Eine Schülerfirma übernimmt den Mittagstisch

Idee

Die zentrale Heimküche des CJG St. Josefshauses wurde im Sommer 2009 geschlossen, die stationären Wohngruppen versorgen sich im Sinne der Verselbständigung der Kinder- und Jugendlichen seither selbst. Unversorgt blieben die externen Schüler/-innen in den Tagesbetreuungen sowie die Mitarbeiter/-innen der Verwaltung. 

Die Idee zur Gründung einer Schülerfirma, der Antoneria, konnte relativ zeitnah umgesetzt werden: Gemeinsam mit vier Schüler/-innen bereiten eine Hauswirtschaftskraft, eine Sozialpädagogin und eine Küchenhilfe das Mittagessen für ca. 35 Personen zu.

Schüler

In der Antoneria sind Schüler/-innen beschäftigt, die es nach zahlreichen Misserfolgen in der Schule, selbst im behütenden Setting unserer Förderschule, nicht schaffen, regelmäßig curricular zu arbeiten. Hier sind sie jedoch so motiviert dabei, weil sie etwa Koch/Köchin werden möchten, oder einfach grundsätzlich lieber lebenspraktisch als typisch schulisch arbeiten möchten. Natürlich steht die Antoneria auch für Praktikumszeiten von lern- und abschlussorientierten Schüler/-innen zur Verfügung.

Tätigkeiten

Die Arbeiten in der Küche sind vielseitig. Sie reichen von Aufgaben, wie Gemüse putzen, Geschirr spülen und einräumen, Tische eindecken über backen und kochen, bis hin zu Verwaltungstätigkeiten, wie Überweisungen ausfüllen, Kassenbuch führen, Rechnungen schreiben, Telefonate entgegennehmen…

Bevor um 12:00 Uhr die ersten Gäste in die Antoneria kommen, muss das Essen bereits auf die teilstationären Gruppen wie FiF (Frühe intensive Förderung) und HPTG (Heilpädagogische Tagesgruppe) verteilt worden sein. In der Antoneria werden die Gäste (Mitarbeiter/-innen von Verwaltung, Schule, häufig auch Besucher) von Schüler/-innen bedient. Sie sind dafür zuständig, für Nachschub von Geschirr, Getränken, Speisen und schließlich für den Espresso zu sorgen.

Schülerfirma

Im Frühjahr 2010 wird die Schülerfirma feierlich eingeweiht. Zuvor werden die Verträge mit dem Träger und der Schulleitung geschlossen. Die Schüler/-innen werden über Arbeitsverträge „beschäftigt“ und erhalten „Lohn“ in Form von kostenfreiem Essen, Bistro-Gutscheinen und weiteren sog. Bonifikationen. Kurz vor Weihnachten konnte das gesamte Antoneria-Team einen Betriebsausflug zum Phantasialand unternehmen, komplett aus erwirtschafteten Geldern der Antoneria finanziert.

Unterricht

Montag und Mittwoch sind Einkaufstage der Antoneria.  Dienstags und donnerstags findet in der ersten Stunde Theorieunterricht in einem eigens dafür ausgestatteten Raum statt. Hier werden Unterrichtsinhalte vermittelt, wie sie auch in einer Ausbildung zum Beikoch/-Köchin oder Servicehelfer/in enthalten sind. In jedem Jahrgang gibt es Workshops zu den Themen „Kochtechniken“ und „Restaurantservice“ mit „Profis“ aus einem Feinschmecker-Restaurant.

Identifikation und Perspektive

Die Schüler/-innen identifizieren sich mit den unterschiedlichen Tätigkeiten in ihrer Schülerfirma. Da das Essen pünktlich und schmackhaft auf dem Tisch stehen muss, bleibt manchmal ein gewisser Stressfaktor nicht aus. Die Schüler/-innen zeigen trotzdem Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft und sind sehr hilfsbereit, wenn jemand einmal nicht so schnell mit seinem Arbeitspensum fertig wird. Das Lob erfolgt direkt durch die Gäste. Die Schüler haben das Gefühl, dass sie wirklich etwas Sinnvolles leisten. Einheitliche Arbeitskleidung, gemeinsame Aktivitäten und Gespräche fördern darüber hinaus das Wir-Gefühl.

Die erlernten Arbeitstugenden erleichtern unseren Schüler/innen das erfolgreiche Absolvieren von Betriebspraktika – wir kooperieren bereits mit einem Restaurant sowie einer Großküche - und verbessern ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt.