Ein Schulgarten entsteht

Es begann mit einem Bereich des Schulgeländes hinter unserem Schulneubau, direkt am Bach, in dem sich in den Pausen Schüler versammelten, um den wachsamen Augen der Pausenaufsicht zu entgehen.

Kurzerhand wurde ein mannshoher Maschendrahtzaun mit abschließbarem Tor errichtet. Naturgemäß interessierten sich jene Schüler, die von ihrem Klassenraum aus täglich auf das neu definierte Stückchen Wiese schauten, am meisten für dessen Gestaltung.

Planung

So wälzten wir (Schüler und Schülerinnen aus zwei Klassen der Jahrgangsstufen 7/8/9, der/die KlassenlehrerIn und die derzeitige LAA) Bücher über Garten- und Teichplanung, vermaßen das Gelände, fertigten maßstabsgerechte Zeichnungen an, beobachteten den Verlauf von Sonne und Schatten im Laufe des Tages, planten, entwarfen und verwarfen am PC mit Zeichen- und Gartenbauprogrammen und einigten uns schließlich gemeinsam auf die Größe, Anlage und Standorte von Teich, Obst-, Gemüse und Blumenbeeten.

Anschaffung der Materialien

Als nächstes mussten Materialien organisiert werden. Wir hatten einen Etat zur Verfügung gestellt bekommen, von dem wir Gartengeräte, die Teichschale, Sand für den Untergrund, Beeteinrahmungen, Pflanzerde, Pflanzen und Samen kaufen konnten. In Katalogen informierten wir uns und fuhren mit Heimbus und Anhänger in Baumärkte und Gartencenter.

Der Garten wird angelegt

Endlich konnte es richtig losgehen: Beete und Teich wurden abgesteckt, Spitz-hacke, Spaten und Schaufeln zunächst von den Haus-meistern geliehen. Mit großer Euphorie, Manneskraft und Frauenpower gingen die Mädchen und Jungen an die Arbeit. Schnell mussten wir allerdings feststellen, dass der oberbergische Boden äußerst felsig ist. So waren wir heilfroh, dass im Zuge von Baumaßnahmen auf dem Heimgelände gerade ein kleiner Bagger vor Ort war, der uns zumindest half, das große Loch für den Teich auszuheben. 

Im Laufe der folgenden Wochen und Monate verbrachten wir auch bei Wind und Wetter so manche Stunde im Garten - zum Arbeiten, aber auch zum Spielen: die „großen Jungs“ saßen am und im Bach, bauten Staudämme und ließen Schiffchen schwimmen - bis der Teich endlich fertig war und die Wasserpflanzen eingesetzt werden konnten.

Um unseren Etat nicht zu überschreiten, fragten wir KollegInnen, MitarbeiterInnen der Einrichtung, Eltern und Nachbarn nach Ablegern oder Spenden für Stauden, Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen, so dass wir bis zum Beginn der Sommerferien schon erste Erfolge sehen und auch schmecken konnten. Die Erdbeeren waren nämlich reif und der erste Salat konnte geerntet und gegessen werden. Die leuchtend roten Erdbeeren waren allerdings nicht nur für die SchülerInnen unserer „Gartenklassen“ sehr verlockend: an den Nachmittagen kletterten immer wieder Kinder über den Zaun um für uns die Ernte zu übernehmen.Das Schuljahresende feierten wir mit einem gemeinsamen Grillfest an unserer (zunächst noch provisorischen) Feuerstelle.

Zahlreiche Projekte

In den folgenden Jahren haben wir gemeinsam mit weiteren Kollegen zahlreiche Projekte direkt im Garten durchgeführt oder dort fächerübergreifende Unterrichtsanlässe gefunden. Es hat sich gezeigt, dass durch das „Lernen mit allen Sinnen“ in der Natur und die Verknüpfung von praktischer Arbeit und Dokumentation - auch unter Einsatz der neuen Medien wie PC und interaktiven Lerneinheiten mit Selbstlernprogramm aus dem Internet - viel größere Lernerfolge möglich sind als im „normalen“ Unterricht.

  • Die SchülerInnen sammelten große Steine aus dem Bach, um Beete zu befestigen und Wege anzulegen.
  • Aus dem Reitstall holten wir Pferdemist, um unsere Beete zu düngen.o Als im Heimgelände Bäume gefällt wurden, haben wir uns geschredderten Mulch organisiert, um die Beete abzudecken und gegen den Wuchs von Unkraut zu schützen.
  • Unsere Feuerstelle ist inzwischen größer und stabiler gebaut, so dass wir hier auch kochen oder Stockbrot, Brötchen und sogar Pizza backen können.
  • Eine Kräuterschnecke ist entstanden. Die Kräuter werden getrocknet oder eingefroren. Wir setzten Kräuteröl und -essig an, das wir auf unserem Weihnachtsbasar verkaufen.
  • Die Früchte, die nicht direkt gegessen werden, verarbeiten wir zu Marmeladen, die inzwischen auf dem Weihnachtsbasar sehr begehrt sind.
  • Im Kochunterricht verwerten wir Salate, Gemüse (Kürbis, Zucchini, Kohlrabi, Erbsen, Bohnen, Möhren, Rettich, Zwiebeln, Knoblauch etc.) und Kartoffeln aus eigenem Anbau.
  • Zahlreiche Themen zur Tier- und Pflanzenkunde konnten direkt vor Ort erfahren werden. So untersuchten wir verschiedene Zwiebelpflanzen, wie Gemüse- und Lauchzwiebeln, Knoblauch und Frühlingsblüher. Wir konnten beobachten, wie sich aus kleinen transparenten Eiern Weinbergschnecken entwickelten oder wie aus Laich Kaulquappen und Frösche wurden. Erkenntnisse über Insekten wie Bienen, Wespen, Ameisen, verschiedene Käfer, Schmetterlinge und sogar Libellen machten Biologiestunden spannend.
  • In Kunststunden entstanden Bilder und Skulpturen. o Im Werkunterricht wurden Vogelhäuser und Nistkästen gebaut, im Winter können wir so die heimischen Vögel und gelegentlich sogar die Eichhörnchen direkt vor unserem Klassenfenster beobachten.
  • In einer Ecke des Gartens steht ein Bienenhaus mit zwei Völkern. Der schuleigene Honig ist nicht nur bei den Kindern und MitarbeiterInnen sehr gegehrt.o So mancher Nachmittag, der zunächst zum Abarbeiten von Sozialstunden geplant war, führte schon dazu, dass die Schüler sich in der Folgezeit für den Schulgarten verantwortlich fühlten. Sie halfen auch in ihrer Freizeit mit darauf zu achten, dass nichts zerstört oder geklaut  wird.
  • Eine große Anziehungskraft für große und kleine Kinder hat die gusseiserne Wasserpumpe, mit der wir unser Gießwasser direkt aus dem Bach pumpen.                          

 

 

Schade, dass es im Oberbergischen so viel regnet!


Suchbegriff eingeben:


CJG St. Antoniusschule

Blockhausstraße 7
51580 Reichshof-Eckenhagen
Tel. 02265 13-60
Fax 02265 13-66
st.antoniusschule~cjg-sjh.de