Fluthilfe im Jahre 2002

Im Jahre 2002 leisteten Schüler der CJG St. Antoniusschule bei betroffenen der Flutkatastrophe tatkräftige Hilfe. Dieses Projekt wurde später mit dem 3. Preis beim bundesweiten Wettbewerb "Jugend hilft" prämiert. 

Schüler berichten:

Die Idee

Wir sind Schüler der CJG St. Antoniusschule und im Alter von 13 bis 15 Jahren. Unsere Aktion entstand aus dem Gespräch am 1. Schultag (02.09.02) nach den Sommerferien. Die Flutkatastrophe in Sachsen hatte uns alle sehr betroffen. Es kam schnell der Gedanke an Spenden auf, aber auch die Überlegung, dass wir nur wenig Geld aufbringen könnten. So entstand die Idee vor Ort zu helfen. Der Leiter der Einrichtung, Herr Kampa, hatte ebenfalls die Absicht, einer vom Hochwasser betroffenen Familie durch das CJG St. Josefshaus gezielte Hilfe zu leisten. Warum also nicht beide Hilfsaktionen verbinden?

Vorbereitung

Über das Internet suchten wir Orte aus, die nicht durchs Fernsehen bekannt geworden waren, und in denen es nicht genügend Hilfeangebote gab. So stießen wir auf den kleinen Ort Bennewitz. Er liegt ca. 25 km östlich von Leipzig. Dieser Ort war durch die Mulde überflutet worden. Das Bauamt in Bennewitz schilderte uns ein älteres Ehepaar als sehr hilfebedürftig. Sein Haus stand bis zur Hälfte des ersten Stockes unter Wasser; der große Garten war völlig verwüstet. Da wir keinem Hilfebedürftigen zur Last fallen wollten, suchten wir ein Quartier, in dem wir uns selbst verpflegen konnten. Unser Schulleiter, Herr Jansen, hat seit der Wende freundschaftliche Kontakte zum Fußballverein Grün Weiß Mannschatz. Ein kurzer Anruf genügte, und der Verein stellte das vereinseigene Sportlerheim für uns zur Verfügung. Unser Quartier lag allerdings 35 Kilometer vom „Einsatzort“ entfernt, in einem nicht vom Hochwasser betroffenen Gebiet. Innerhalb von 6 Tagen waren alle notwendigen Dinge organisiert. Durch Mundpropaganda wurden uns aus privaten Kreisen, wie auch aus der Einrichtung Werkzeuge, Lebensmittel, spezielle Kleidung und Geld zur Verfügung gestellt. Ein Kleinbus wurde ebenfalls vom CJG St. Josefshaus gestellt. So konnte es am Montag, 09.09.2002 früh um 4:00 Uhr , mit einem voll gepackten Bus losgehen.

Vor Ort

Am frühen Montagnachmittag konnten wir uns dann in Bennewitz ein Bild unserer bevorstehenden Arbeiten machen. Es galt festgetrockneten Schlamm und feuchten Putz von den Wänden eines alten Gewölbekellers zu schlagen. Die Wände im Erdgeschoss sowie die der Waschküche und des angrenzenden Abstellraums mussten ebenfalls vom Putz befreit werden. Im Garten galt es den Schlamm vom Mutterboden abzutragen.

Der Schlamm war vermischt mit Heizöl und Fäkalien. Daher mussten auch besondere Vorsichtsmaßnahmen bei einigen Arbeiten beachtet werden (z. B. Gummihandschuhe tragen).Teils war der Schlamm schon festgetreten und ließ sich nur schwer abschippen. Im Garten musste die gesamte Kartoffel- und Maisernte vernichtet werden. Reste der Garage und des Kaninchenstalles (40 Kaninchen waren ertrunken) wurden von uns abgetragen. Unmengen an Unrat, wie Holzteile, leere Fässer, Abfall aller Art mussten im Garten eingesammelt, zerstörte Sträucher ausgerissen und der Garten wieder hergerichtet werden. Abgeknickte Bäume mussten gefällt oder beschnitten werden. Für die bevorstehende Heizperiode wurde dann noch von uns ein Teil der Kohlen einzeln vom Schlamm befreit, damit das Ehepaar diese bald verfeuern konnte. Die Arbeit wurde mit einem Bauleiter koordiniert. Er war von der Stadt Bennewitz abgestellt um dem Ehepaar bei seiner Arbeit zu helfen. Auch standen dazu noch 2 ABM Kräfte dem Ehepaar zur Verfügung. Wir haben alle toll zusammengearbeitet und fanden es klasse, wie wir für eine gute Sache schnell zu einem Team wurden.

Unsere Erfahrungen

Es war ein tolles Gefühl für uns alle, diese Arbeit geleistet zuhaben. Wir haben täglich acht Stunden gearbeitet und das freiwillig und mit Freude. Als wir das Ehepaar und die „Baustelle“ verließen, konnten wir auch nicht viel mehr an Arbeit leisten. Die nun noch anstehenden Arbeiten mussten von Fachfirmen, -arbeitern durchgeführt werden. Die Familie Holubek war begeistert von uns und unserer Hilfe und auch ein bisschen traurig, als wir Bennewitz nach einer Woche wieder verlassen mussten. Wir, das sind die Schüler Christopher, Patrick, Pascal und Rene. Verantwortlich für das Projekt war Andreas Hauser, unser Klassenlehrer.

Auszeichnung des Projektes

Mit unserem Projekt konnten wir im Jahr 2003 noch einen großen Erfolg für uns und für das Ehepaar Holubek erringen.
Beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend hilft“ wurde unser Projekt mit dem 3. Platz ausgezeichnet. Das hieß für uns eine Fahrt nach Berlin mit 2 Übernachtungen. Die Präsentation der verschiedenen Projekte und die anschließende Preisverleihung erfolgten im Schloss Bellevue in Berlin. Die Preisverleihung selbst übernahmen der damalige Bundespräsident Johannes Rau und seine Ehefrau. Das ältere Ehepaar in Bennewitz erhielt den von uns gewonnen Preis: Einen Scheck über 1.500 Euro.


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