Sie sind hier: cjg-sjh-schule.de / Projekte / Karneval

Karneval im St. Juppes

Spätestens wenn auf blauem Grund am Ende der A4 Köln-Olpe die „Aufforderung“ Wenden erscheint, ist dem Rheinländer klar, dass, nachdem man die Abfahrt Reichshof-Eckenhagen wegen der LKW-Schlange am Berg verpasst hat, hier das Grenzgebiet kölscher Hegemonie erreicht ist. Genauso fühlte sich der Autor bei den ersten Versuchen mit Schüler/-innen und Mitarbeiter/-innen allgemeines Liedgut mit rheinischem Zungenschlag für den anstehenden „Kinderkarneval“ im St. Juppes (St. Josefshaus) zu inszenieren: „Hier muss karnevalistische Diaspora sein, kann man denn da überhaupt richtig feiern?" Man kann! Aber eben ein wenig anders.

Inzwischen ist der Einzug des Denklinger Prinzenpaares mit seinem Hofstaat und den - besonders für unsere Jungs - attraktiven Mädchentanzgruppen zur Tradition geworden. Auch finden sich immer ein paar musizierende Lehrer- und weitere Mitarbeiter/-innen, die als Pausenfüller Fööss- und Höhnerlieder zum Besten geben. Doch dann ist auch schon Ende mit den kölsche Tön. „Ist ja wie Englisch, versteh ich nicht“, so der Kommentar vor Ort.

Aber als wirkliches Handikap hat sich die Sprachbarriere nun doch nicht erwiesen. Jeden Freitag nach Weiberdonnerstag, morgens um 10.11 Uhr, startet das Karnevalsfest in der bunt, entsprechend dem saisonalen Motto, gestalteten Turnhalle der St. Antoniusschule. Die Schulband hat bereits seit dem Einlass angeheizt, Rock- und Popsongs, Oldies oder aktuelle Top-10-Titel, Hauptsache es bringt Schwung in die Halle.

Bis es soweit ist, haben viele (planende) Köpfe und fleißige Hände bereits eine Menge Arbeit geleistet. Das Schöne an einer solchen Vorbereitung ist: projektorientierter Unterricht muss nicht erst thematisiert werden; er ergibt sich aus der Sache selbst:

  • Ein Motto wird gefunden, das dazugehörige Bühnenbild entworfen und umgesetzt. Seit mehreren Jahren dient als Grundkonstrukt die im Werkunterricht  und einer AG entstandene überdimensionale Schiffskulisse, die je nach Bedarf umfunktioniert wird: „Nixen, Piraten und andere Jecken, auf unserem Schiff feiern wir in allen Ecken“, oder „Mit unserem Geisterschiff stranden wir am Juppesriff“.  Dass die Kostümierung der Teilnehmer sich am Motto orientiert, versteht sich von selbst.
  • In verschiedenen  Klassen und Gruppen wurde tagelang getextet, geprobt, gemalt und gebastelt, dann die Halle festlich dekoriert, den Hausmeistern beim Aufbau der Bühne, dem Auslegen des Hallenbodens und beim Aufstellen der Biertischgarnituren geholfen.
  • Die Schulband hat zusätzlich geprobt, mit dem Mann am Mischpult den Soundcheck erledigt, die Generalproben mit Aufführenden der verschiedenen Lerngruppen oder Wohngruppen begleitet: eine immer wieder spannende Angelegenheit.
  • Die Heimküche hat Vorbereitungen getroffen, die Spaßgesellschaft mit Imbiss und Getränken zu versorgen. Ohne Alkohol, versteht sich.
  • Plakate sind im PC-Kurs entworfen worden, Einladungen wurden gedruckt und verteilt.
  • Programmorganisation, Moderation, Logistik wurden vorher von der Steuergruppe gemanaged....

Doch es kommt dann, wie es immer kommt: kurzfristig wird eine Hintergrundmusik nachgereicht, eine andere vergessen, eine Nummer muss unbedingt noch dazwischen geschoben werden, eine andere fällt aus, aber  merken tut’s eigentlich keiner, denn die Stimmung ist famos:

  • die 5-Tagesgruppe, lauter Jungs und Erzieher, schweben als sterbende Schwäne in rosa Tüll gehüllt über die Bühne
  • die Leitungsmitglieder werden in einem Quiz mit intelligent-dummen Fragen verulkt oder bekleckern sich als „blinde Marionetten“ beim Herrmännchen-Spiel mit Spaghettisauce
  • unsere Fifferlinge (die Kleinen aus der Frühen intensiven Förderung, FiF) führen, als Jungköche verkleidet, eine Polonaise zu den Klängen des Pizzaliedes in die Pause
  • die Mitarbeitersportgruppe tanzt Jazz und Aerobic - mehr oder weniger synchron
  • die Mädchenlerngruppe bringt einige „gespielte Witze“
  • eine Gruppe führt artistische Sprünge und Figuren vom kleinen Trampolin im Turnvater-Jahn-Outfit vor....

um nur einige Beispiele aus den abwechslungsreichen Programmen der letzten Jahre aufzulisten. In der Pause gibt es Fanta, Cola und Wasser und traditionell „Berliner“. Und zum Schluss spielt wieder die Schulband „Massive Lärmbelästigung“ auf. Es kann getanzt werden, man sitzt noch ein halbes Stündchen beisammen zum „Feedback“: Kinder und Jugendliche, Eltern, Gäste, Lehrerkollegium und Mitarbeiter/-innen des St. Josefshauses, bei einem Getränk und dem ebenso traditionellen Brötchen mit Frikadelle.


Suchbegriff eingeben:


CJG St. Antoniusschule

Blockhausstraße 7
51580 Reichshof-Eckenhagen
Tel. 02265 13-60
Fax 02265 13-66
st.antoniusschule~cjg-sjh.de